Weihnachten? Weihnachten.

Hallo meine Lieben Leser,

seit meinem letzten Eintrag ist schon wieder so viel passiert. Und man weiß nie so genau wo man anfangen soll zu erzählen,  geschweige denn wie ich all meine Erlebnisse in Worten beschreiben kann. Ich will euch so viel wie es geht an meinem Abenteuer teilhaben, aber gleichzeitig ist es einfach viel zu viel was man hier oft in sehr kurzer Zeit erlebt, um es niederschreiben zu können. Aber irgendwo muss ich ja anfangen..

Vom 06.12-09.12.2015 war ich auf dem „Mid Year Orientation“ Camp von YFU (Youth for Understanding). Es fand in Neuquén statt und wir hatten ein Hotel für uns alleine. Nicht so ein Hotel wie ihr es euch vielleicht vostellt! Es war eine kleine aber doch sehr schöne Unterkunft mit Garten, wo wir uns die meiste Zeit in der heißen Sonne aufhielten. Mit vielen verschiedenen Spielen, Energizern (die ich schon irgendwie vermisst hatte), gemeinsamen Gesprächen, kleinen Ausflügen, und viel Mate verbrachten wir eine unglaublich tolle Zeit zusammen. Zu meiner Freude hat sich meine „Mamma Bear“ Gruppe von dem Seminar aus Buenos Aires wieder vereint! Es war so schön alle mal wieder zu sehen und uns über alles austauschen zu können. Gute und schlechte Erlebnisse, egal was einen beschäftigte man hatte die Gelegenheit sich einfach mal wieder über alles zu unterhalten. Außerdem stellte ich fest, dass die Schwierigkeiten bzw. Herausforderungen die man in dem Auslandsjahr hat sehr ähnlich zueinander sind, obwohl wir doch alle sehr verschieden sind. Sollten wir dann nicht unterschiedliche Probleme haben? Austauschschüler aus aller Welt vereinen sich an einem Wochenende in einer kleinen Stadt: Dänemark, Serbien, Holand, Norwegen und China, ein ganz anderer Kontinent! Jeder aus einem anderen Land, jeder hat verschiedene Kulturen, jeder spricht eine andere Sprache, hat ganz verschiedene Vorgeschichten und Erfahrungen gesammelt. Doch es ist nicht unser Profil was uns eigentlich sagt, dass wir total verschieden sind. Es sind dieselben Ziele die wir verfolgen, dieselben Erfahrungen die wir teilen, dieselbe Leidenschaft für die unsere Herzen schlagen, es ist so unglaublich viel was uns verbindet. Man ist nie alleine mit seinen Sorgen, da ist immer jemand der dir zuhört, und der für dich da sein will. Und ich glaube nicht nur ich konnte dieses Erkenntnis von diesem Camp mitnehmen. Was ich außerdem noch mitnehmen konnte: Vertraue niemals einem Taxifahrer in Neuquén! Er hat noch weniger Ahnung als du selbst, wo du bist.

Nach dem Camp ging es dann sehr spontan für mich weiter nach „General Roca.“ Petra, eine Austauschschülerin und Freundin aus Serbien und ihre Gastfamilie luden mich in ihr Haus ein. Es war so aufregend einfach nicht zu wissen was einen als nächstes erwartet, wie das Haus und die Stadt wohl aussehen mag, wie man die nächsten Tage gestalten wird etc. Ich kann nur sagen, das wir eine unglaublich tolle Zeit zusammen hatten, und dass ich Gott unglaublich dankbar bin solche Menschen zu kennen. Da fallen mir ständig die Wörter Segen und Dankbarkeit ein.  An dem Freitag kamen dann auch noch Nini (China), Matthias (Dänemark) und Kim (Holand) vorbei und wir verbrachten ein unvergessliches Wochenende zusammen. Ein großes Dankeschön an die Gasteltern von Petra die ihr Haus und ihr Herz für uns geöffnet haben, ihr habt uns diese Zeit überhaupt erst ermöglicht.

Eine Woche voller neuen Erfahrungen – einem Rucksack und der Hoffnung das die Rückfahrt gut verläuft – ging es dann wieder nach Hause. Es war ein bisschen wie am ersten Tag meiner Ankunft: dasselbe Grinsen im Gesicht und viele unbeantwortete Fragen auf dem Herzen. Nur war es diemal anders, jetzt waren die Menschen nicht mehr so fremd wie am Anfang und du hast plötzlich das Gefühl über 12746 km von zu Hause weit enfernt zu sein – zu Hause zu sein.

Natürlich gibt es immer mal wieder Herausforderungen die das Auslandsjahr so mit sich bringt. Es ist nicht nur Abenteuer oder was sich viele vielleicht vorstellen wie ein Urlaub. Die können alle ganz unterschiedlich aussehen: Manchmal ist es die Kultur, die Menschen, die Angewohnheiten aufgrund der Kultur etc., die Sprache und vorallem in letzter Zeit das Heimweh. Heimweh? Was bedeutet das eigentlich? Ich glaube das kann man nicht wirklich in ein paar Sätzen erklären, da es für jeden unterschiedliche Dinge sind die er vermisst. Für mich sind es neben den „gewohnten“ Umgebungen wie dein zu Hause und deine Stadt in der du dich auskennst, neben der deutschen Kultur, neben dem „etwas sagen wollen und dabei nicht vorher im Kopf irgendwie in Spanisch übersetzen zu müssen“, neben meiner Gemeinde und so weiter; ganz besonders die Menschen. Die Freundschaften die man führt werden auf eine neue Probe gestellt und man merkt wie sehr man das austauschen mit Menschen vermisst die einen kennen. Ein ganz besonderer Mensch und viel mehr als nur meine beste Freundin, ist Emelyne. Ich glaub niemand kennt mich mittlerweile so gut wie sie. Wir haben schon so einige verrückte, schwierige, lustige Situationen erlebt. Aber egal was wir irgendwie erlebt haben, haben wir zusammen durchlebt und das hat diese Freundschaft zu dieser einzigartigen gemacht die sie jetzt ist. Neben ihr vermisse ich natürlich wie gesagt auch meine anderen Freunde, und hoffe euch ist bewusst wir präsent ihr stets seit.

Besonders aber vermisse ich meine Familie. Da ist plötzlich keine kleine Lucy mehr die sich schon um 5 Uhr nachts auf den Weg macht und leise durchs Haus schleicht, aber weiß immer erst die Eltern zu wecken bzw. Papa. Bis sie dann nach ein paar Stunden keine Lust mehr hat zu warten bis ihre Geschwister wach sind werden auch die geweckt, wenn sie nicht schon wach sind. Und das meistens nicht alleine! Mit der Unterstützung vom älteren Bruder Philip wird das Licht angemacht und erzählt (in einer Lautstärke die sich nach dem aufwachen viel lauter anhört als sie vielleicht in Wirklichkeit ist) wie viele Eier die Hühner heute gelegt haben. Da besuchen dich plötzlich keine zwei neugierigen Brüder in deinem Zimmer die dein Handy bis ins letzte Detail erforschen oder einfach nur zusammen abhängen wollen. Da ist dann auch plötzlich keine Mum mehr die immer weiß, wenn etwas nicht stimmt. Mit dir gemeinsam einen Capuccino trinkt, weil sie weiß das du gerade eine Pause von dem ganzen Alltagsstress brauchst. Da ist kein Papa mehr der seit 6 Uhr morgens schon auf den Beinen ist und nach der Arbeit jede gemeinsame Minute mit seiner Familie genießen möchte. Jedes Problem anhören zu wollen und diesen bis spät Abends zuzuhören. Es sind noch viel mehr Dinge die ich neben diesen kleinen Gewohnheiten vermisse. Und besonders zur Weihnachtszeit wird das Heimweh und das Bedürfniss bei seiner Familie sein zu wollen stärker. Weihnachten ist nicht nur der Tag, der ohne Jesus kein Sinn macht zu feiern, es ist auch die Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Letztes Jahr Heiligabend war anders als geplant (aber das ist es doch nie wenn man ehrlich ist!) aber es war dadurch auch das schönste was ich bisher haben durfte. Ich schmecke jetzt noch den Crepe mit Kinderschokolade auf meiner Zunge und spüre noch die Aufregung im Raum die Geschenke auspacken zu wollen…

Dieses Jahr Weihnachten wird total anders aussehen, aber ich bin sehr gespannt und denk mir gleichzeitig das ich noch viel mehr Jahre Weihnachten mit euch verbringen werde. Ich freue mich schon darauf und hoffe & bete für ein unglaublich schönes Weihnachtfest in meiner Heimat. In diesem Sinne, Frohe Weihnachten!!!

Eure Léonie

 

P.S. Muss dieses Jahr leider ohne den besten Stollen vom besten Opi auskommen! Iss bitte ein Stück für mich mit, ja?

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