Auf der anderen Seite der Welt

Der 13.08.2015 war mein langersehnter Tag. Genauso wie für viele andere Austauschschüler von YFU. So lange haben wir auf den Tag gewartet, und so oft haben wir  daran gezweifelt, ob das die richtige Entscheidung war. So viele Vorbereitungen mussten wir machen, um auch wirklich in unser Zielland reisen zu können. So viele verschiedene Meinungen wurden geäußert. So viele Fragen wurden uns gestellt. Doch das alles war nicht umsonst, es ist schließlich Teil des Ganzen. Die meisten von uns bewerben sich zwischen Herbst und Neujahr. Für mich ist es im Oktober ein Jahr her, dass ich mich bei YFU beworben habe.

Die ersten drei Tage unseres Abenteuers verbrachten wir in Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens. Bis auf den riesigen Flughafen und dem Weg zu unserer Unterkunft, konnten wir leider nicht viel von der Stadt sehen. Es wurde uns nie so wirklich berichtet, was wir bei diesem Ankunftsseminar tun werden, oder welche Menschen uns dort erwarten. Es war wie so oft eine Erfahrung ein Stück weit mehr darauf zu vertrauen, dass uns gutes erwartet und das wir trotz wenig Information wissen dass sich Menschen um uns kümmern werden und das beste bereits für uns vorbereitet haben. Auf dem drei tägigen Seminar traf ich Menschen bzw. Austauschüler aus aller Welt:Frankreich, Schweden, Österreich, Holland, Norwegen, Deutschland, Dänemark, Schweiz, Finnland, Estland, USA, China,Türkei, Serbien, Australien und sogar aus China. Alle aus den verschiedensten Ländern, doch alle mit dem selben Ziel. Ich kann gar nicht beschreiben wie unglaublich aufregend und interessant die Menschen waren. Doch leider reichte die Zeit nicht um sich wirklich mit jedem länger als nur ein paar Minuten unterhalten zu können, um alle Fragen die man hat stillen zu können. Dort wurde mir auch bewusst, warum der langjährige Englisch Unterricht so wichtig war! Ob in Englisch, Französisch, oder Spanisch, mit Händen und Füßen, oder Google Übersetzer, wir verstanden uns und hatten eine lehrreiche Zeit zusammen. Danke dafür, ich wünsche euch allen ein schönes Auslandsjahr und eine erfahrungsreiche Zeit!
 3 Tage später (17.08.2015):
Mit tausend Fragezeichen, Vorstellungen, Zweifeln, Aufregung und Freude ging es dann los in unsere Gastfamilie. Eine Achterbahn von Gefühlen, jedoch war jeder Zweifel vergebens. Alles verlief gut, und ich traf ein in ein neues und fremdes Land. Die fremden Menschen, das unbekannte Essen, die neuen Landschaften und Straßen, die neue Schule, die neue Sprache, ich tauchte ein in die neue Kultur, das Leben am anderen Ende der Welt!! Alles ist anders als man es gewöhnt ist, oder kennt. Wirklich alles! Doch die Menschen hier empfangen dich mit offenen Armen, und gestatten dir Eintritt in ihr Leben und ihren Alltag. Sie erleichtern und helfen dir alles neue kennenzulernen und geben dir Ratschläge und Hinweise für alles.
Die ersten drei Schulwochen sind nun rum, und ich hatte die Gelegenheit Iaras und nun auch meine neuen Klassenkameraden ein wenig kennenzulernen. Ich finde alle bis jetzt total nett, und obwohl ich noch nicht viel Spanisch sprechen kann kommen alle oft immer sehr interessiert auf mich zu. Die Schule an sich ist viel entspannter, der Druck hier ist nicht so hoch und die Lehrer sind sehr freundlich und offen. Da die Argentinier die Angewohnheit haben wirklich schnell zu sprechen (viellleicht ist es auch nur meine Wahrnehmung der Sprache) war es zu Anfang sehr schwer auch nur ein Satz zu verstehen, da dieser sich anhört wie ein sehr langes Wort. Doch mittlerweile verstehe ich von Tag zu Tag immer ein kleines bisschen mehr. Jedoch bin ich was das lernen angeht ein wenig ungeduldig, deshalb habe ich mir in der letzten Woche zusammen mit meiner Gastfamilie ein paar spanische Schulen angeschaut, und werde mich in nächster Zeit für eine entscheiden müssen. Somit würde ich schneller mit dem Schulstoff und den Konversationen im Alltag besser zurecht kommen, deshalb halte ich es neben meiner Ungeduld für ganz sinnvoll und hilfreich.
Neben den vielen Eindrücken der Kultur und der Sprache hatte ich ebenfalls die Gelegenheit die wunderschöne Stadt, und ihre Möglichkeiten an Aktivitäten zu erkunden.
Am 03.09.15 war ich mit meiner Gastmutter, Iara und Mica Ski fahren. Für mich war es das erste mal überhaupt, doch für die anderen drei eines von vielen. Mica (Klassenkameradin) fährt schon seit 10 Jahren Ski und da sie ebenfalls gute Englischkenntnisse hat, hat sie mir unglaublich viel helfen können. Die erste Zeit war ich etwas wackelig und ängstlich, doch nach ein paar mal auf und abwärts fahren, war ich dann doch schnell viel vertrauter mit meinen Skiern. Die Kurven und das Bremsen war das schwierigste, aber zu meinem Glück bin ich nur zweimal auf der Piste hingefallen. Nach vielen Ermutigungen und oft positiven Bemerkungen habe ich mich nach einer Zeit dann doch der etwas schwierigeren Piste gewidmet. Doch da war ich dann nicht mehr so sicher, mehr besorgt darüber mir jede Sekunde meine Beine zu brechen. Alles in einem war es ein wundervoller Tag und eine unbeschreibliche Erfahung. Die Tage darauf konnte ich es gar nicht mehr abwarten wieder Ski fahren zu können, denn so viel Zeit bleibt nicht mehr, das Eis schmilzt und der Frühling steht vor der Tür.
An einem anderen Wochenende waren Abuela (Oma), Tía Alina, (Tante), meine zwei Cousins (Fran&Lean) und Iara (Gastschwester) in einem Parque Municipal namens „Bosque Llao Llao.“ Es war ein unglaublich schöner Ausflug, voller Spaß und Abenteuer. Ich kann kaum beschreiben wie alles aussah, aber die Bilder beschreiben es denke ich ausreichend genug!
Neben diesen zwei etwas größeren Ausflügen habe ich natürlich noch viele andere Sachen erlebt, Geburtstage gefeiert, Freunde kennengelernt, Familienausflüge unternommen, viel neues Essen probiert etc. Und einfach unvergessliche Momente erlebt! Natürlich vermisse ich neben den ganzen Abenteuern meine Familie, Freunde und an sich seine Heimat in Deutschland sehr. Ich denk viel an euch!
Heute bin ich seit einem Monat (und zwei Tagen!) hier und ich hab immer noch nicht so wirklich realisiert, dass ich über 12279,31km (Luftlinie) weit von zu Hause entfernt bin. Die Chance die ich ergreifen konnte jetzt hier zu sein, wäre nicht ohne meine Großeltern möglich gewesen. Danke für eure großzügige Unterstützung mein Auslandsjahr zu finanzieren. Jeder Moment den ich haben werde ist wertvoller als alles Geld dieser Welt! Ich kann euch gar nicht genug danken.
Ein großer Dank geht auch an meine Pflegeeltern. Danke, dass ihr mich einfach so weit von zu Hause weggehen lasst, mich neue Erfahrungen sammeln lasst, und mich immer und überall unterstützt!
 Léonie
 Meine Gastfamilie & Gastoma
Gastfamilie & Oma
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