Letzter Monat

Hallöchen von der anderen Seite!

Jaa, ich lebe noch! Tut mir super leid, dass ich schon so lange nichts mehr geblogt habe. Das letzte Mal war glaube ich im März. Und das sogar in spanisch.. 

Na ja, jedenfalls geht es mir super gut. Die Zeit vergeht hier wie immer super schnell und in der kleinen Schreibepause die ich hatte ist auch eigentlich gar nicht soo viel passiert – vielleicht auch nur für mich. Ich hab mich einfach total an den Alltag und das Leben hier gewöhnt, dass ich oft gar nicht „das Ereignis“ zum bloggen hatte. Vor allem weil mir das Denken in Deutsch – und schreiben erst recht – jetzt noch viel schwerer fällt als am Anfang.

Mein Geburtstag ist jetzt schon soo ewig her, aber das ist so mitunter das erste was mir einfällt wovon ich noch gar nicht erzählt habe. Ich will es nicht allzu ausführlich beschreiben deshalb mache ich´s kurz: Der nächste Tag nach meinem Geburtstag hatten wir schulfrei, soadass ich viele Freunde zum Abendessen einlud. Mit vielen Burgern und Choripán (Chorizo im Brötchen, typisch argentinisch) und leckerem Geburtstagsspezialkuchen zum Schluß, aßen sich alle satt. Bis spät in die Nacht verbrachten wir und hatten eine verrückte und somit echt lustige Zeit zusammen. Meine Gastfamilie und Freunde gestalteten mir diesen Tag ganz speziell und somit unvergesslich. Danke, ihr seit der Hammer!

Die Schule. Eigentlich kann ich da gar nicht so viel erzählen, es läuft recht gut. Wirklich anspruchsvoll ist die Schule hier nicht, aber ich gebe in jedem Fach das beste was ich kann. Oft fehlt einem einfach die Basis verschiedener Fächer, denn einige wie z.B. Buchhaltung oder Verwaltung hatte ich in meiner ganzen Schullaufbahn noch nie. Die Lehrer – Schülerbeziehung ist hier wie schon erzählt vollkommen anders. Du unterhältst dich mit ihnen oft – aus oder innerhalb des Unterrichts – über private Dinge, umarmst sie und machst Witze mit ihnen. Es macht mir echt Spaß zur Schule zu gehen, meine Klasse ist die Beste die ich mir für dieses Auslandsjahr hätte vorstellen können.

Der Oktober ist hier schon fast vorbei und die Temperaturen sinken von Tag zu Tag. Der Winter steht eindeutig vor der Tür. Jetzt habe ich alle Jahreszeiten (bis auf den wirklich tiefen Winter, der im Juli ist) kennengelernt und ich muss sagen diese Stadt ist in jeder Jahreszeit unbegreiflich schön. Den Herbst mag ich generell eigentlich sehr gerne, und ich kann gar nicht beschreiben wie er dieses Jahr war. Die Bäume mit fast allen Farben ummantelt. Von grün, orange bis zu einem saftigen Apfelrot, alle gleichzeitig an nur einem Baum. Und die Aussicht auf die Berge mit den kunterbunten Farben überall könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Hoffentlich finde ich ein paar schöne Bilder…

Mit meiner Gastfamilie läuft auch alles super. Meine Gasteltern sind momentan auf Reisen in Europa, ist das zu glauben? Zu ihrem 25. Heiratstag planten sie diese schon ewig, und ich bin sehr gespannt was sie alles zu erzählen haben wenn sie wieder da sind. Spanien, Frankreich, Italien, Kroatien, Schweiz und Monaco werden sie zu sehen bekommen. Na ja, die Hälfte haben sie bereits schon gesehen und sie sind sehr glücklich und genießen die gemeinsame Zeit & Abenteuer!

Worüber ich mich auch unglaublich gefreut habe – und was mehr als nur gute Neuigkeiten sind, ist meine kleine neugeborene Cousine Paulin Carlotta. Herzlichen Glückwunsch! Und viel Segen an die beiden Eltern und die ganze Familie. Ich kann es kaum erwarten die kleine endlich in den Arm nehmen zu dürfen. Ebenfalls die gar nicht mehr so kleine große Schwester Lenia, die ich unglaublich vermisse!!

Letzte Woche Samstag bin ich wieder zurück von meiner Reise gekommen. Ein Traum, den ich mir wieder aufgrund meiner unglaublichen Großeltern erfüllen konnte. Danke! Ein Ort, den ich mir niemals hätte ausmalen können. Iguazú. Eines der 7 Weltwunder die ich sehen durfte. Aber dazu in meinem nächsten (hoffentlich schnellem) Blogeintrag…

Meine To-Do List für den leider letzten Monat hier wird immer voller. Ich will nichts versprechen, aber ich will euch so gut wie es geht von all den letzten Abenteuern und Erlebnissen teilhaben lassen.

Die liebsten Grüße an alle, genießt den restlichen Frühling!

 

Eure, Léonie

 

 

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6 Meses

La verdad es que no se como empezar, terminar o como puedo explicar mi sentimientos en palabras. Ahora hace 6 Meses que estoy acá y el tiempo pasa muuy rápido! Mi vida cambió de una manera que no puedo describir. Hay gente que me importan mucho y se siente que conozco de todo mi vida. Hay una familia que antes no me conocía y ahora estoy con ellos como si fuera siempre. Y por esta familia, mi familia Argentina, estoy escribiendo en español. Prefiero ingles o mejor alemán, pero en los últimos días hablamos sobre mi Blog y quería mucho que entienden algo de mi historias que esta escribiendo. Encima son 6 Meses y tengo que escribir algo en español… Vi que gente leyó mi Blog de Bolivia, Panamá, Brasil, Chile etc. y espero que ahora pueden entender algo más. Nunca pensé que ustedes iban a leer mi aventuras o sea mi vida como un estudiante de intercambio. Estoy re contenta, gracias por leer & visitar mi pagina!

A mi Familia: ¿Donde puedo empezar..?  Me acuerdo como si fuera ayer – mi primer día. El cumpleaños de Maia y mi nueva familia, entonces muchas cosas para celebrar. Con este día empezó todo y ya compartimos mucho mas lindos recuerdos. Fuimos a cumpleaños (y comemos mucho), a Ski, a la Playa, a caminar, al centro, a Neuquén, pasamos San Martín de los Andes, a Chile y al final a Buenos Aires etc. Hay mucho recuerdos. También esos que solo pasaron en nuestro Hogar. Afuera, en el living, en la mesa, mientras merendamos…

Mamá y Papá: Ya se que hicieron un montón de cosas para mi, algunas capaz no se todavía. Todos los momentos cuando nos no entendimos el uno al otro fueron re divertidos. Mama, ya se que fue difícil hablar lento. Pero al final nos entendemos e igual gracias por intentar. Sos una genia en todos los sentidos. Me encanta tu comida! Papá vos también sos un genio, obvio. Todo las mañanas cuando nosotros todavía estábamos dormidos y teníamos una cara de sueño, vos decías: „Hoy va a ser un grand día!“ Tu forma de ser es única. Tuve la oportunidad de ir a Mar del Sud y a Buenos Aires. Hicieron mi deseo realidad. Son los mejores!

Maia y Iara: Ser hermana de ustedes es lo mejor que podría imaginar. Es mucho más que solo confianza lo que tenemos. Espero que sepan que siempre pueden hablar con migo y que estoy cuando me necesitan. Iara, ahora tenes tipo una pesada melliza en tu vida. Compartimos y hacemos cosas juntas desde el primer momento. Ustedes son muy diferentes pero cada una tiene sus cualidades, talentos y sueños. Conocernos es una aventura y estoy muy contenta que todavía faltan muchos días para poder conocernos mejor!

Igual mi familia es mucho más grande, mis Tías y Tíos, Abuela, Primos y Primas, etc. Que experiencia fue conocer a todos los parientes de mamá. Son un montón y capaz con suerte conozco la mitad! También a todos mis amigos, amigas y compañeros, mi chiquita familia de estudiantes de intercambios de YFU… Cada persona es valiosa.

En general quiero decir: GRACIAS! Gracias por todo. Medio año ya fue, y fue increíble. Mi aventura sigue y vamos a disfrutar al máximo. Los quiero tanto!

 

P.S. Das nächste mal schreibe ich wieder in deutsch! Ein kleiner Eintrag an meine Gastfamilie, weil sie ja sonst nie mitlesen können was ich eigentlich alles so berichte.. (La próxima vez voy a escribir en alemán.)

Nos vemos! Bis bald! 

 

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Buenos Aires- Familia de Papá

Kleiner Rückblick

Holaaa!

Wooow wie schnell die Zeit vergeht, jetzt ist schon Weihnachten und Neujahr rum und wir haben schon den zweiten Monat im Neujahr. Ich hoffe ihr hattet eine besinnliche Zeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und ja es ist wahr, während ihr den restlichen Winter habt und vielleicht schon sehnsüchtig auf den Frühling wartet, bin ich gerade mitten im Sommer. Da fällt mir gerade auf das ich zwar an Weihnachten geblogt habe, aber bis dahin noch selber gar nicht wusste wie es werden wird. Bevor ich also über den Sommer erzähle, kurze Zusammenfassung über das einmalige Weihnachtsfest:

Angefangen hat der Tag sehr komisch um ehrlich zu sein. Da ist zwar Aufregung zu spüren, aber mehr eine Art von „Was wird mich wohl erwarten?“ als das du schon so ungefähr weißt was für Geschenke und Essen dich erwarten werden. Bis zum Nachmittag, wo ich dann meine kleine Weihnachtserleuchtung hatte verlief der Tag wie immer, nur das meine Gastmutter schon fleissig am Essen vorbereiten war.

Ich wusste zwar schon die ganze Zeit, dass für mich Weihnachten bedeutet Jesus Geburt zu feiern aber trotz alledem habe ich mich viel zu sehr darauf konzentriert was mich wohl erwarten wird. Wie es meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland wohl gerade geht, ob ich vielleicht am Ende des Tages enttäuscht sein werde, warum ich nicht glücklich war, wenn es doch etwas zu feiern gibt? So viele Gedanken und dabei überhaupt nicht bemerkt, dass ich keinen einzigen an das Geschenk was mir schon die ganze Zeit gegeben wurde verschwendet habe. Ein Geschenk was man nicht kaufen kann, ein Geschenk was das größte & beste neben allen ist, ein Geschenk woran man jeden Tag denken sollte, ein Geschenk was jedem einzelnen in der Welt geschenkt wurde, ein Geschenk was man mit einfachen Worten niemals beschreiben kann, das Geschenk Gottes. Jesus. Es hat keinen Wert ob der Tag perfekt ist, er sollte ehrlich sein. Ehrlich dem gegenüber gefeiert werden der diesem Tag gebührt. Aber seine Bedürfnisse und Erwartungen in diesen Tag zu stecken kann niemals das Weihnachten werden was du dir „erwünscht“ hast. Und wenn wir ehrlich sind ist es doch immer anders als wir uns vorstellten bzw. erwünschten. Es gibt jemanden der nicht nur an Weihnachten weiß, was deine tiefsten Bedürfnisse und Sehnsüchte sind. Jemanden der sich immer und überall für dich interessiert und mit offenen Armen nur darauf wartet bis du sein Geschenk für dich erkennst. Und dieser jemand wurde am 24.12. vor über 2000 Jahren geboren. Was bedeutet Weihnachten für dich? 

Als der Abend dann los ging und irgenwann auch alle da waren (Argentinier und pünktlich sein harmoniert noch nicht so ganz) wurden dann die ersten Teller auf einem Tisch, wie ein Buffet platziert. Ich wollte gerade das erste Foto machen, da wurde mir zugerufen:“Warte Léonie, das ist noch nicht alles!“ Also wie ihr vielleicht wisst, legen die Argentinier ziemlich viel Wert was das Essen angeht. Gegessen wird zu jeder Mahlzeit zusammen, außer vielleicht beim Frühstück (was komisch ist weil Frühstück manchmal die einzige Mahlzeit ist wo wir alle zusammen am Tisch sitzen können) da hier am späten Abend sehr sättigend und viel gegessen wird. Wie ich bestimmt schon mal erwähnt habe. Naja, jedenfalls saßen wir dann alle mit hungrigen Mägen und voller Vorfreude am Tisch. Normalerweise haben die Erwachsenen immer Vortritt, aber diesmal durften die „Kinder“ zuerst. Meine Cousine Cami (23 Jahre alt) sagte:“Das ist das schöne an Weihnachten, wir dürfen diesmal zuerst und haben daher alles zur Auswahl!“ In spanisch hört sich das viel besser an.

Meine zwei kleinen Cousins (Fran 5, Lean 3 Jahre alt) warteten schon sehnsüchtig auf Mitternacht. Alle 5 Minuten am Essenstsich fragte Fran:“Und wie viel Uhr haben wir jetzt? Wie viele Minuten fehlen noch? Sind jetzt alle fertig mit essen? Was wenn wir uns verspäten?“ Und diesmal wartete nicht nur er sehnsüchtig auf Mitternacht, sondern auch ich konnte es kaum abwarten. Meine Gastfamilie verriet mir nicht allzu viel vorher, aber ich wusste aufjedenfall schon das wir um 12 Uhr raus gehen werden. Und da waren wir dann – mit vollen Bäuchen vom guten Weihnachtsessen (war super lecker & viel!) – draußen in der Kälte, der Mond und die Sterne das einzige was an Licht zu sehen war und tatsächlich waren wir auf der Suche nach Papa Noel (Weihnachtsmann). Nach ein paar Minuten Suche hörten wir dann plötzlich das Läuten einer Glocke. Keine Sekunde später rannten Fran & Lean sofort zurück zum Haus der Oma, da warteten die anderen auch schon auf unsere Rückkehr und der Vater der beiden erzählte auch sofort wo er Papa Noel das letzte mal gesehen hat. Aber wir waren leider zu spät dran, aber dafür hinterließ er jede Menge Geschenke unter dem großen Kamin im Wohnzimmer. Das einer nach dem anderen sein Geschenke aufmacht war da aber keine Tradition. Alle Geschenke wurden für die betroffende Person verteilt und in einem großen Chaos von Papiergeschenk machte jeder sein persönliches Geschenk auf. Ich bin es ja anders gewohnt, vor allem weil ich mich gerne bei den betroffenden Personen für deren Geschenk bedanke. Aber es durfte natürlich nicht gesagt werden von wem welches ist, weil ja alle Geschenke von Papa Noel waren. Danach gab es sozusagen Nachtisch – sogar Stollen von der Gastoma, aber der war nicht mal halb so gut wie der von Opa aber psscht nicht verraten.

An sich hatte ich ein unglaublich tolles und mal anderes Weihnachtsfest und ich bin wirklich dankbar dieses Fest miterlebt zu haben. Ein neuen Einblick von solchen Festen zu bekommen ist wirklich einmalig und unglaublich interessant. Ich weiß, Weihnachten ist schon unglaublich lange her, aber in den letzten Wochen habe ich nicht blogen können weil wir für längere Zeit verreist sind aber dazu in den nächsten Tagen mehr…

Bis ganz Bald!

 

Weihnachten? Weihnachten.

Hallo meine Lieben Leser,

seit meinem letzten Eintrag ist schon wieder so viel passiert. Und man weiß nie so genau wo man anfangen soll zu erzählen,  geschweige denn wie ich all meine Erlebnisse in Worten beschreiben kann. Ich will euch so viel wie es geht an meinem Abenteuer teilhaben, aber gleichzeitig ist es einfach viel zu viel was man hier oft in sehr kurzer Zeit erlebt, um es niederschreiben zu können. Aber irgendwo muss ich ja anfangen..

Vom 06.12-09.12.2015 war ich auf dem „Mid Year Orientation“ Camp von YFU (Youth for Understanding). Es fand in Neuquén statt und wir hatten ein Hotel für uns alleine. Nicht so ein Hotel wie ihr es euch vielleicht vostellt! Es war eine kleine aber doch sehr schöne Unterkunft mit Garten, wo wir uns die meiste Zeit in der heißen Sonne aufhielten. Mit vielen verschiedenen Spielen, Energizern (die ich schon irgendwie vermisst hatte), gemeinsamen Gesprächen, kleinen Ausflügen, und viel Mate verbrachten wir eine unglaublich tolle Zeit zusammen. Zu meiner Freude hat sich meine „Mamma Bear“ Gruppe von dem Seminar aus Buenos Aires wieder vereint! Es war so schön alle mal wieder zu sehen und uns über alles austauschen zu können. Gute und schlechte Erlebnisse, egal was einen beschäftigte man hatte die Gelegenheit sich einfach mal wieder über alles zu unterhalten. Außerdem stellte ich fest, dass die Schwierigkeiten bzw. Herausforderungen die man in dem Auslandsjahr hat sehr ähnlich zueinander sind, obwohl wir doch alle sehr verschieden sind. Sollten wir dann nicht unterschiedliche Probleme haben? Austauschschüler aus aller Welt vereinen sich an einem Wochenende in einer kleinen Stadt: Dänemark, Serbien, Holand, Norwegen und China, ein ganz anderer Kontinent! Jeder aus einem anderen Land, jeder hat verschiedene Kulturen, jeder spricht eine andere Sprache, hat ganz verschiedene Vorgeschichten und Erfahrungen gesammelt. Doch es ist nicht unser Profil was uns eigentlich sagt, dass wir total verschieden sind. Es sind dieselben Ziele die wir verfolgen, dieselben Erfahrungen die wir teilen, dieselbe Leidenschaft für die unsere Herzen schlagen, es ist so unglaublich viel was uns verbindet. Man ist nie alleine mit seinen Sorgen, da ist immer jemand der dir zuhört, und der für dich da sein will. Und ich glaube nicht nur ich konnte dieses Erkenntnis von diesem Camp mitnehmen. Was ich außerdem noch mitnehmen konnte: Vertraue niemals einem Taxifahrer in Neuquén! Er hat noch weniger Ahnung als du selbst, wo du bist.

Nach dem Camp ging es dann sehr spontan für mich weiter nach „General Roca.“ Petra, eine Austauschschülerin und Freundin aus Serbien und ihre Gastfamilie luden mich in ihr Haus ein. Es war so aufregend einfach nicht zu wissen was einen als nächstes erwartet, wie das Haus und die Stadt wohl aussehen mag, wie man die nächsten Tage gestalten wird etc. Ich kann nur sagen, das wir eine unglaublich tolle Zeit zusammen hatten, und dass ich Gott unglaublich dankbar bin solche Menschen zu kennen. Da fallen mir ständig die Wörter Segen und Dankbarkeit ein.  An dem Freitag kamen dann auch noch Nini (China), Matthias (Dänemark) und Kim (Holand) vorbei und wir verbrachten ein unvergessliches Wochenende zusammen. Ein großes Dankeschön an die Gasteltern von Petra die ihr Haus und ihr Herz für uns geöffnet haben, ihr habt uns diese Zeit überhaupt erst ermöglicht.

Eine Woche voller neuen Erfahrungen – einem Rucksack und der Hoffnung das die Rückfahrt gut verläuft – ging es dann wieder nach Hause. Es war ein bisschen wie am ersten Tag meiner Ankunft: dasselbe Grinsen im Gesicht und viele unbeantwortete Fragen auf dem Herzen. Nur war es diemal anders, jetzt waren die Menschen nicht mehr so fremd wie am Anfang und du hast plötzlich das Gefühl über 12746 km von zu Hause weit enfernt zu sein – zu Hause zu sein.

Natürlich gibt es immer mal wieder Herausforderungen die das Auslandsjahr so mit sich bringt. Es ist nicht nur Abenteuer oder was sich viele vielleicht vorstellen wie ein Urlaub. Die können alle ganz unterschiedlich aussehen: Manchmal ist es die Kultur, die Menschen, die Angewohnheiten aufgrund der Kultur etc., die Sprache und vorallem in letzter Zeit das Heimweh. Heimweh? Was bedeutet das eigentlich? Ich glaube das kann man nicht wirklich in ein paar Sätzen erklären, da es für jeden unterschiedliche Dinge sind die er vermisst. Für mich sind es neben den „gewohnten“ Umgebungen wie dein zu Hause und deine Stadt in der du dich auskennst, neben der deutschen Kultur, neben dem „etwas sagen wollen und dabei nicht vorher im Kopf irgendwie in Spanisch übersetzen zu müssen“, neben meiner Gemeinde und so weiter; ganz besonders die Menschen. Die Freundschaften die man führt werden auf eine neue Probe gestellt und man merkt wie sehr man das austauschen mit Menschen vermisst die einen kennen. Ein ganz besonderer Mensch und viel mehr als nur meine beste Freundin, ist Emelyne. Ich glaub niemand kennt mich mittlerweile so gut wie sie. Wir haben schon so einige verrückte, schwierige, lustige Situationen erlebt. Aber egal was wir irgendwie erlebt haben, haben wir zusammen durchlebt und das hat diese Freundschaft zu dieser einzigartigen gemacht die sie jetzt ist. Neben ihr vermisse ich natürlich wie gesagt auch meine anderen Freunde, und hoffe euch ist bewusst wir präsent ihr stets seit.

Besonders aber vermisse ich meine Familie. Da ist plötzlich keine kleine Lucy mehr die sich schon um 5 Uhr nachts auf den Weg macht und leise durchs Haus schleicht, aber weiß immer erst die Eltern zu wecken bzw. Papa. Bis sie dann nach ein paar Stunden keine Lust mehr hat zu warten bis ihre Geschwister wach sind werden auch die geweckt, wenn sie nicht schon wach sind. Und das meistens nicht alleine! Mit der Unterstützung vom älteren Bruder Philip wird das Licht angemacht und erzählt (in einer Lautstärke die sich nach dem aufwachen viel lauter anhört als sie vielleicht in Wirklichkeit ist) wie viele Eier die Hühner heute gelegt haben. Da besuchen dich plötzlich keine zwei neugierigen Brüder in deinem Zimmer die dein Handy bis ins letzte Detail erforschen oder einfach nur zusammen abhängen wollen. Da ist dann auch plötzlich keine Mum mehr die immer weiß, wenn etwas nicht stimmt. Mit dir gemeinsam einen Capuccino trinkt, weil sie weiß das du gerade eine Pause von dem ganzen Alltagsstress brauchst. Da ist kein Papa mehr der seit 6 Uhr morgens schon auf den Beinen ist und nach der Arbeit jede gemeinsame Minute mit seiner Familie genießen möchte. Jedes Problem anhören zu wollen und diesen bis spät Abends zuzuhören. Es sind noch viel mehr Dinge die ich neben diesen kleinen Gewohnheiten vermisse. Und besonders zur Weihnachtszeit wird das Heimweh und das Bedürfniss bei seiner Familie sein zu wollen stärker. Weihnachten ist nicht nur der Tag, der ohne Jesus kein Sinn macht zu feiern, es ist auch die Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Letztes Jahr Heiligabend war anders als geplant (aber das ist es doch nie wenn man ehrlich ist!) aber es war dadurch auch das schönste was ich bisher haben durfte. Ich schmecke jetzt noch den Crepe mit Kinderschokolade auf meiner Zunge und spüre noch die Aufregung im Raum die Geschenke auspacken zu wollen…

Dieses Jahr Weihnachten wird total anders aussehen, aber ich bin sehr gespannt und denk mir gleichzeitig das ich noch viel mehr Jahre Weihnachten mit euch verbringen werde. Ich freue mich schon darauf und hoffe & bete für ein unglaublich schönes Weihnachtfest in meiner Heimat. In diesem Sinne, Frohe Weihnachten!!!

Eure Léonie

 

P.S. Muss dieses Jahr leider ohne den besten Stollen vom besten Opi auskommen! Iss bitte ein Stück für mich mit, ja?

Tag 100

Zu meinem 100. Tag in Argentinien habe ich mir überlegt einfach mal ein paar Bilder zu posten.

Außerdem endet die Schule diese Woche, und die großen Sommerferien beginnen. Ich freue mich schon riesig darauf neue Erlebnisse – die nur darauf warten erlebt zu werden – zu leben und euch daran teilzuhaben! Bis dahin wünsche euch schöne, hoffentlich winterliche, Adventstage.

Léonie

 

Ausflug nach „Colonia Suiza“

Chile

 

Bingo Abend mit meiner Klasse (Motto: Flower Power)

 

Campausflug mit „Grupo Solidario“

 

 

 

Das Eis schmilzt…

So langsam aber sicher kommt hier der Frühling. Jedes mal wenn wir unterwegs sind, oder ich auch nur aus dem Fenster schaue kann ich Stück für Stück erkennen wie das Eis immer mehr schmilzt. Auch wenn ich mehr die warmen Tage mag, hätte ich auch noch gerne den Winter länger genoßen. Es ist so unglaublich schön, wenn die Stadt voll mit Schnee bedeckt ist und die Berge ebenfalls von Schnee ummantelt sind. Außerdem kann man Ski fahren gehen, was nach den zwei Malen ausprobieren schon irgendwie süchtig gemacht hat. Es ist ein unglaublich toller Sport! Es ist schon irgendwie ungewohnt im September Frühlingsanfang zu haben, aber jetzt blüht die Stadt in bunten Farben auf und an den Straßenseiten sind überall Kirschbäume. Bis jetzt hatten wir schon ein paar Tage mit Sonnenschein, besonders in den letzten Tagen war es sehr warm. Die Luft hier unten ist zwar allgemein viel frischer als bei uns in Deutschland, aber dafür ist die Sonne unglaublich stark. Na ja, genug über den Frühlingsanfang gesprochen…

Kurz nach meinem letzten Blogeintrag hatte ich zusammen mit Iara, Manu (Cousin), Ileana (Gastmutter), und Abu (Oma) ein aufregendes Wochenende vor mir. Denn wir fuhren von Sonntag bis Montag nach CHILE!!! Ich war so unglaublich aufgeregt und kann es bis heute nicht fassen, dass ich die Chance hatte eines der Nachbarländer von Argentinien zu sehen. Am Sonntag ging es dann in aller frühe los, und auch wenn jeder von uns noch nicht so ganz wach war konnten wir so zusammen den Sonnenaufgang über den Bergen genießen. Die sechs stündige Fahrt dorthin war für mich eines der schönsten Erlebnisse bei dem ganzen Ausflug, denn die Aussicht war einfach atemberaubend. Die meiste Zeit fuhren wir direkt neben dem riesigen See entlang, dennoch hatten wir den Blick auf die Berge – dahinter die aufgehende Sonne und das orangefarbene Licht über dem See. Nach ein paar Stunden Fahrt haben wir dann endlich die Spitze des Berges erreicht, und somit die Grenze von Argentinien zu Chile. Schnell ein paar Fotos und weiter ging´s! Angekommen in einer kleinen Stadt namens „Osorno“ und direkt weiter mitten in die kleine Innenstadt. Chile ist berühmt für die vielen günstigen Sachen die man dort kaufen kann, somit hatte ich die Gelegenheit z.B. meine Schulklamotten zu kaufen. Nachdem jeder ein paar Kleinigkeiten seiner Anliegen gekauft hatte, war der Abend bereits eingetroffen. Nach einer frischen Dusche – kurzem Klamottenwechsel – wollten wir los zu einem ganz bestimmten Restaurant. Es ist wohl schon irgendwie zur Tradition für meine Gastfamilie geworden dort hin zu gehen. doch dann…Geschlossen! Zu unserer Enttäuschung (besonders zu meiner, da alle schon von dem leckeren Essen dort geschwärmt hatten) ging es dann wieder zurück zum Hotel, um nachzufragen was denn anderes noch auf hätte. Trotz der kurzen Enttäuschung waren wir alle noch in guter Laune, und freuten uns auf den gemeinsamen Abend. Ein kleines Restaurant das in der Nähe war hatte noch auf, wo die Küche so gut wie schon zu hatte. Für eine Pizza war es da schon zu spät! Also entschieden wir uns für ein Sandwich mit der berühmten chilenischen „Pasta de Palta“ (Creme aus Avocado). Wir hatten ein echt lustigen Abend, mit viel Gesprächsthema und Witzen über unser kleines Erlebnis. Außerdem glaube ich  war das mein erster Abend wo das Gitter vor dem Restaurant runter gelassen wurde, während wir noch am essen waren. Wir waren mit einer anderen Familie – die wohl auch glücklich darüber noch ein offenes Restaurant gefunden zu haben – die letzten Gäste gewesen. Den nächsten Tag genoßen wir auch in vollen Zügen und waren den Tag über die meiste Zeit in der Stadt, denn an dem Montag hatten dann auch noch die anderen Geschäfte geöffnet. Kleiner Ausflug – Spannender Eintauch in die Kultur von Chile!

In den zwei Monaten die ich grad mal hier bin, habe ich ein echt vertrautes Verhältnis zu meiner Gastschwester iara aufbauen können. Sie hilft mir unglaublich viel um die Sprache zu lernen, die Kultur besser kennenzulernen, und wir können uns so gut wie immer über alles austauschen. Vor ein paar Wochen fragte sie mich dann ob ich mit ihr zusammen zu der „Grupo Solidario“ (Solidaritätsgruppe) kommen möchte, die immer Samstag nachmittags stattfindet. In ein paar Sätzen erklärte sie mir ungefähr, was das überhaupt für eine Gruppe ist und was wir dort machen werden. Bevor wir uns auf den Weg machten war ich schon sehr gespannt, weil ihre Beschreibung mich wirklich neugierig gemacht hat. Gleichzeitig war ich erstaunt darüber wie sozial engagiert sie ist. Denn neben der „Grupo Solidario“ hat sie immer das Bedürfnis helfen zu wollen, und stets ein offenes Herz für die Investierung in anderen Menschen und besonders Kindern. Jedenfalls haben wir uns dann auf den Weg Richtung Schule gemacht, wo der Treffpunkt der Gruppe war. Ein paar Gesichter kannte ich bereits aus meiner Parallelklasse und es waren auch ein paar Mädels aus meiner Klasse da. Nach der traditionellen Küsschen rechts – Küsschen links Begrüssung haben wir zwei Teams gebildet um Fußball zu spielen. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, und mit ein paar lustigen Bemerkungen über die deutschen Fußball-Weltmeister war zu rechnen (denn natürlich hatte unser Team gewonnen!) Danach haben wir uns zusammen gesetzt um Merienda zu haben. (Kurze Erklärung: Merienda ist eine Art Kaffetrinken der Argentinier. Sie trinken meistens Mate und essen eine Kleinigkeit zusammen. Der Unterschied ist jedoch, dass es hier jeden Tag stattfindet denn das Abendessen wird hier erst sehr spät eingenommen. Oft kommen Freunde, oder Familienangehörige vorbei um so auch Zeit miteinander zu verbringen, denn das ist auch eines der Dinge auf die hier sehr viel Wert gelegt wird. Manchmal sind es nur 20 Minuten, um sich über den Tag bzw. die verschiedensten neuen Ereignisse zu unterhalten.) In ein paar Sätzen hatte ich dann die Gelegenheit mich kurz vorzustellen, jedoch konnte ich nicht alles in spanisch sagen es war erst meine fünfte Woche hier und dadurch etwas schwierig. Aber dank iaras Übersetzung hatten alle im nachhinein verstanden was ich gesagt hatte. Laut Feedback in einer kleinen Abschlussrunde, habe nicht nur ich mich von Anfang an als ein Teil der Gruppe gefühlt, die meisten haben für sich mitnehmen können, dass es nicht darauf ankommt dieselbe Sprache zu sprechen um sich akzeptiert zu fühlen. Eine Chance sich Toleranz gegenüber zu zeigen, und als Gruppe stärker zusammen zu wachsen. Neben dem Treffen in der Schule liegt der Schwerpunkt der Gruppe auch darin anderen zu helfen. Du kannst in ein Viertel wo viele ärmere Menschen, besonders Kinder leben gehen um zusammen Merienda zu haben. Für die Kinder ist das wichtigste und schönste dabei: die Zeit und das Interesse an ihnen zu haben. Spiele zu spielen, zusammen zu lachen, eine persönliche Beziehung aufzubauen, Sorgen zu teilen etc. Ebenfalls wird auch oft ein gemeinsamer Ausflug unternommen. Die Stadt ist dafür bestens geeignet, denn sie bietet so viele Möglichkeiten an Aktivitäten.

Am Wochenende vom 09.10-11.10.2015 veranstaltete die Grupo Solidario ein kleines Camp. Wir waren in einem kleinen Viertel namens „Don Orione.“ Wir waren so um die ca. 20 Personen, mehr eine kleine Gruppe aber dafür umso einfacherer alle auf eine persönliche Art und Weise kennenzulernen. Gemeinsame Musik, Gespräche, Spiele (sogar Risiko), und einen kleinen Nachtausflug zum See um gemeinsam den klaren Sternenhimmel zu bewundern. Man konnte wirklich jeden einzelnen Stern erkennen, dieser Anblick war einfach unbeschreiblich. Meine erste Sternschnuppe habe ich dann auch endlich gesehen!! Das Wochenende ging viel zu schnell vorbei, aber jeder Moment war unvergesslich.

Was mich vom ersten Moment an begeistert hat war aus welcher Motivation die Jugendlichen handeln. Sie verbringen ihren Samstag damit anderen zu helfen, weil sie ein Unterschied in dieser Welt machen wollen. Und dabei ist der Glaube für viele eines der stärksten Antriebe. Bevor ich hier hin kam hatte ich auch auf dem Herzen anderen helfen zu können, aber als Austauschschülerin niemals hätte vorstellen können. Doch jetzt habe ich nicht nur die Möglichkeit eines meiner Wünsche zu leben, sondern auch Teil der Gruppe zu werden und neue Freundschaften zu schließen. Ich bin so unglaublich dankbar für diese Gruppe, und für den Tag an dem Iara mich gefragt hat mitzukommen.

Es gibt noch so viel mehr zu erzählen, aber ich muss jetzt los zum Athletik. Seit ein paar Wochen habe ich dann endlich wieder Sport anfangen können. Es findet drei mal die Woche statt und der Platz an dem wir trainieren ist inmitten der Natur: Wunderschön! Es macht echt viel Spaß und erstaunlicher Weise trainiert uns das Ehepaar umsonst!

Ich sende euch die schönsten Grüße und hoffe ihr habt einen schönen Herbst!

Eure Léonie

Auf der anderen Seite der Welt

Der 13.08.2015 war mein langersehnter Tag. Genauso wie für viele andere Austauschschüler von YFU. So lange haben wir auf den Tag gewartet, und so oft haben wir  daran gezweifelt, ob das die richtige Entscheidung war. So viele Vorbereitungen mussten wir machen, um auch wirklich in unser Zielland reisen zu können. So viele verschiedene Meinungen wurden geäußert. So viele Fragen wurden uns gestellt. Doch das alles war nicht umsonst, es ist schließlich Teil des Ganzen. Die meisten von uns bewerben sich zwischen Herbst und Neujahr. Für mich ist es im Oktober ein Jahr her, dass ich mich bei YFU beworben habe.

Die ersten drei Tage unseres Abenteuers verbrachten wir in Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens. Bis auf den riesigen Flughafen und dem Weg zu unserer Unterkunft, konnten wir leider nicht viel von der Stadt sehen. Es wurde uns nie so wirklich berichtet, was wir bei diesem Ankunftsseminar tun werden, oder welche Menschen uns dort erwarten. Es war wie so oft eine Erfahrung ein Stück weit mehr darauf zu vertrauen, dass uns gutes erwartet und das wir trotz wenig Information wissen dass sich Menschen um uns kümmern werden und das beste bereits für uns vorbereitet haben. Auf dem drei tägigen Seminar traf ich Menschen bzw. Austauschüler aus aller Welt:Frankreich, Schweden, Österreich, Holland, Norwegen, Deutschland, Dänemark, Schweiz, Finnland, Estland, USA, China,Türkei, Serbien, Australien und sogar aus China. Alle aus den verschiedensten Ländern, doch alle mit dem selben Ziel. Ich kann gar nicht beschreiben wie unglaublich aufregend und interessant die Menschen waren. Doch leider reichte die Zeit nicht um sich wirklich mit jedem länger als nur ein paar Minuten unterhalten zu können, um alle Fragen die man hat stillen zu können. Dort wurde mir auch bewusst, warum der langjährige Englisch Unterricht so wichtig war! Ob in Englisch, Französisch, oder Spanisch, mit Händen und Füßen, oder Google Übersetzer, wir verstanden uns und hatten eine lehrreiche Zeit zusammen. Danke dafür, ich wünsche euch allen ein schönes Auslandsjahr und eine erfahrungsreiche Zeit!
 3 Tage später (17.08.2015):
Mit tausend Fragezeichen, Vorstellungen, Zweifeln, Aufregung und Freude ging es dann los in unsere Gastfamilie. Eine Achterbahn von Gefühlen, jedoch war jeder Zweifel vergebens. Alles verlief gut, und ich traf ein in ein neues und fremdes Land. Die fremden Menschen, das unbekannte Essen, die neuen Landschaften und Straßen, die neue Schule, die neue Sprache, ich tauchte ein in die neue Kultur, das Leben am anderen Ende der Welt!! Alles ist anders als man es gewöhnt ist, oder kennt. Wirklich alles! Doch die Menschen hier empfangen dich mit offenen Armen, und gestatten dir Eintritt in ihr Leben und ihren Alltag. Sie erleichtern und helfen dir alles neue kennenzulernen und geben dir Ratschläge und Hinweise für alles.
Die ersten drei Schulwochen sind nun rum, und ich hatte die Gelegenheit Iaras und nun auch meine neuen Klassenkameraden ein wenig kennenzulernen. Ich finde alle bis jetzt total nett, und obwohl ich noch nicht viel Spanisch sprechen kann kommen alle oft immer sehr interessiert auf mich zu. Die Schule an sich ist viel entspannter, der Druck hier ist nicht so hoch und die Lehrer sind sehr freundlich und offen. Da die Argentinier die Angewohnheit haben wirklich schnell zu sprechen (viellleicht ist es auch nur meine Wahrnehmung der Sprache) war es zu Anfang sehr schwer auch nur ein Satz zu verstehen, da dieser sich anhört wie ein sehr langes Wort. Doch mittlerweile verstehe ich von Tag zu Tag immer ein kleines bisschen mehr. Jedoch bin ich was das lernen angeht ein wenig ungeduldig, deshalb habe ich mir in der letzten Woche zusammen mit meiner Gastfamilie ein paar spanische Schulen angeschaut, und werde mich in nächster Zeit für eine entscheiden müssen. Somit würde ich schneller mit dem Schulstoff und den Konversationen im Alltag besser zurecht kommen, deshalb halte ich es neben meiner Ungeduld für ganz sinnvoll und hilfreich.
Neben den vielen Eindrücken der Kultur und der Sprache hatte ich ebenfalls die Gelegenheit die wunderschöne Stadt, und ihre Möglichkeiten an Aktivitäten zu erkunden.
Am 03.09.15 war ich mit meiner Gastmutter, Iara und Mica Ski fahren. Für mich war es das erste mal überhaupt, doch für die anderen drei eines von vielen. Mica (Klassenkameradin) fährt schon seit 10 Jahren Ski und da sie ebenfalls gute Englischkenntnisse hat, hat sie mir unglaublich viel helfen können. Die erste Zeit war ich etwas wackelig und ängstlich, doch nach ein paar mal auf und abwärts fahren, war ich dann doch schnell viel vertrauter mit meinen Skiern. Die Kurven und das Bremsen war das schwierigste, aber zu meinem Glück bin ich nur zweimal auf der Piste hingefallen. Nach vielen Ermutigungen und oft positiven Bemerkungen habe ich mich nach einer Zeit dann doch der etwas schwierigeren Piste gewidmet. Doch da war ich dann nicht mehr so sicher, mehr besorgt darüber mir jede Sekunde meine Beine zu brechen. Alles in einem war es ein wundervoller Tag und eine unbeschreibliche Erfahung. Die Tage darauf konnte ich es gar nicht mehr abwarten wieder Ski fahren zu können, denn so viel Zeit bleibt nicht mehr, das Eis schmilzt und der Frühling steht vor der Tür.
An einem anderen Wochenende waren Abuela (Oma), Tía Alina, (Tante), meine zwei Cousins (Fran&Lean) und Iara (Gastschwester) in einem Parque Municipal namens „Bosque Llao Llao.“ Es war ein unglaublich schöner Ausflug, voller Spaß und Abenteuer. Ich kann kaum beschreiben wie alles aussah, aber die Bilder beschreiben es denke ich ausreichend genug!
Neben diesen zwei etwas größeren Ausflügen habe ich natürlich noch viele andere Sachen erlebt, Geburtstage gefeiert, Freunde kennengelernt, Familienausflüge unternommen, viel neues Essen probiert etc. Und einfach unvergessliche Momente erlebt! Natürlich vermisse ich neben den ganzen Abenteuern meine Familie, Freunde und an sich seine Heimat in Deutschland sehr. Ich denk viel an euch!
Heute bin ich seit einem Monat (und zwei Tagen!) hier und ich hab immer noch nicht so wirklich realisiert, dass ich über 12279,31km (Luftlinie) weit von zu Hause entfernt bin. Die Chance die ich ergreifen konnte jetzt hier zu sein, wäre nicht ohne meine Großeltern möglich gewesen. Danke für eure großzügige Unterstützung mein Auslandsjahr zu finanzieren. Jeder Moment den ich haben werde ist wertvoller als alles Geld dieser Welt! Ich kann euch gar nicht genug danken.
Ein großer Dank geht auch an meine Pflegeeltern. Danke, dass ihr mich einfach so weit von zu Hause weggehen lasst, mich neue Erfahrungen sammeln lasst, und mich immer und überall unterstützt!
 Léonie
 Meine Gastfamilie & Gastoma
Gastfamilie & Oma

Good friends never say goodbye, they simply say, „See you soon!“

Es ist unfassbar wie schnell die Zeit vergeht in den letzten Wochen! Heute sind es nur noch 4 Tage, und wenn ich so darüber nachdenke wie ich zum Flughafen gebracht werde verdreht sich mein Magen und ich bekomme Gänsehaut. Denn sich von meiner Familie und meinen Freunden verabschieden zu müssen ist wirklich sehr traurig und schwer zugleich, obwohl ich nicht wirklich Abschied nehme sondern nur für eine längere Zeit Auf Wiedersehen sage! Aber jetzt erstmal genug von der Traurigkeit, denn gestern habe ich einer meiner schönsten Tage gehabt. Eine Abschieds-Überraschungsparty fand statt und trotz des schweren Abschieds von vielen guten Freunden war der Abend wunderschön und echt (überraschend) gut gelungen! An dieser Stelle nochmal ein herzlichen Dank an Emelyne und Riccardo, die diese Überraschungsparty für mich organisierten. Danke auch an alle anderen die sich die Zeit genommen haben, um Teil an diesem unvergesslichen Tag zu sein. Ich hab mich über jeden einzelnen von euch gefreut, und bin immer noch sehr schockiert darüber was ihr alles für mich auf die Beine gestellt habt. Ihr seit echt der Hammer & ich vermisse euch irgendwie jetzt schon…

Ebenfalls bekam ich auch erst letzte Woche Donnerstag meine Gastfamilie zugeteilt, was mich um einiges erleichterte. Denn sein Koffer zu packen und ein Gastgeschenk zu besorgen etc. geht schon leichter, wenn man denn auch weiß wo man hinkommt und wer einen denn alles erwartet. Trotz alledem muss ich zugeben, dass ich mit dem packen – außer ein paar Pullis die ich jetzt in nächster Zeit sowieso nicht mehr anziehen werde- noch nicht wirklich angefangen habe.. Aber das bekomme ich auch noch mit der Hilfe von meiner Mum hin, bei einer sieben köpfigen Familie hat sie schließlich schon so einige Koffer packen müssen!

Zu meiner Freude möchte ich euch aber zunächst meine Gastfamilie vorstellen. „San Carlos de Bariloche“ heißt der Ort in dem meine Gastfamilie wohnt und liegt am Nordufer des Lago Nahuel Huapi. Der von den Anden begrenzte Nordteil des argentinischen Patagoniens wird oft mit europäischen Seengebieten verglichen. Mein Gastvater heißt Fabian, meine Gastmutter Ileana. Ich werde zwei Gastschwestern haben, namens Iara (16) und Maia (20). Ebenfalls betätigt die Familie viel Sport in ihrer Freizeit wie z.B. Ski und wandern, was nach dieser atemberaubenden Landschaft gut nachzuvollziehen ist. Natürlich sah ich diese bis jetzt nur auf Bildern, bin aber gespannt diese auch in echt sehen zu dürfen. Ebenfalls hat meine Gastfamilie vor einiger Zeit einen YFU-Schüler aus Österreich für zwei Wochen aufgenommen und zu meinem Glück sprechen die zwei Schwestern ein wenig Englisch.

Ich hoffe Ihr konntet euch wie ich ein ungefähres Bild dieser Familie aus Patagonien machen und seit genauso gespannt wie ich. Weitere Informationen und Bilder folgen dann bald in den nächsten Wochen, nach meiner Ankunft.

¡Hasta pronto! (-Bis Bald!)

Me & 21 Days

Hallo allerseits,

die meisten von euch kennen mich vielleicht schon, bist eine Freundin oder ein Freund von mir, ein Familienmitglied, aber vielleicht bist du auch nur ein neugieriger Besucher. Egal aus welchem Grund du auf meinem Blog gelandet bist, ich freue mich erstens sehr darüber, aber möchte mich gleichzeitig auch gerne vorstellen.

Mein Name ist Léonie und ich bin 16 Jahre alt. Bevor ich mein Abitur anfange, werde ich nach dem Sommer nicht wie gewöhnlich auf der Gesamtschule verbringen sondern für ein Jahr die Chance haben die elfte Klasse im Ausland zu absolvieren. Neben der Schule werde ich die geniale Gelegenheit haben das Land, die Kultur, die Geschichte etc. näher kennen zulernen, denn mein Alltag wird dort in einer Gastfamilie stattfinden.

Meine Reise führt nach Argentinien und ist mit einer Fläche von 2,8 Millionen Quadratkilometern das achtgrößte Land der Erde. Argentinien nimmt den größten Teil der dreieckigen Südspitze Südamerikas ein und grenzt an Uruguay, Brasilien, Paraguay, Bolivien und Chile.

Die Organisation bei der ich dieses Auslandsjahr erleben darf heißt „Youth for Understanding“ (YFU). Wer gerne etwas mehr über die Organisation erfahren möchte, kann gerne unter diesem Link vorbeischauen: http://www.yfu.de/home

Wenn du gerne mehr von meinem Auslandsjahr erfahren möchtest, bist du herzlich eingeladen dir meinen Blog jederzeit durchzulesen!

¡Adiós!